Header image
 
 


   
aktualisiert am: 19.02.2012

 
 


 

BERICHTE VON DER CLUBAUSFAHRT
"RUND UM DEN STEIRISCHEN ERZBERG 2011"
DOPPELVERANSTALTUNG FÜR PUCH-AUTOS UND HAFLINGER
01.-03.07.2011, EISENERZ

 

1.) BERICHT VON JOSEF STEINHART
2.) BERICHT VON GERNOT LUKE
3.) BERICHT VON WERNER WÜHL
4.) SCHLUSSBEMERKUNG VON GERHARD REICHL

1.) BERICHT VON JOSEF STEINHART:
ABENTEUERBERG - "Die Clubausfahrt zum Erzberg"

Wir, das sind meine Frau Helga und ich, sind bereits einen Tag früher angereist, um das Stift Admont zu besichtigen. Die Fahrt war, wie auch die Tage danach, zeitweise nass. Und weil Schlamperei und Nachlässigkeit wieder eine Rolle gespielt haben (keine Heizung angeschlossen, obwohl es möglich gewesen wäre), war Fensterscheibenwischen und Boden auftrocknen angesagt.
Als wir am Donnerstag im Jugend- und Familiengästehaus in Ramsau bei Erzberg (ca. 6km entfernt) ankamen, waren bereits einige Haflinger hier, mit dem Puch 500 nur wir. Ich muss gestehen: Mit dem Steyr Puch Club Salzburg sind wir das erste Mal unterwegs (vorher einige Male mit dem Motor Veteranen Club Salzburg).

Am Freitag um 13:30 Uhr gings dann los: Etwa 12 Puchs und 13 Haflingerfahrer und -innen sind zusammengekommen, vor dem Berg in Erzberg. Zuerst wurden wir fesch eingekleidet: Mit gelben Mänteln und Helmen. Auf gings mit einer Bergbahn eine viertel Stunde lang (so kam es mir vor) tief in den Berg hinein zur Besichtigung der Gruben unter Tag. Obwohl wie jeder sehen kann, über Tag Erz gewonnen wird, gab es bis 1986 den Eisenerzabbau auch untertags. Jetzt ist es nur mehr Schaubergwerk. Mit Hammer und Meißel bis zu modernen Maschinen wurde hier schwere Arbeit geleistet. Bei +6°C mussten wir nicht schwitzen! Die Führungen, Erklärungen, Arbeitsmethoden, die netten Kinder einer Schulklasse, die auch mit dabei waren, die Bergbaubahn, alles hat uns sehr beeindruckt.



Dann kam der 2. Teil: Die Fahrt mit dem Hauly, 55 Tonnen Eigengewicht, Räder mit einem Eigengewicht von 1,2 Tonnen, der angeblich größte Erdtransporter der Welt. Die Ladefläche umbaut mit einem verglasten Gitterrahmen - ein moderner Dinosaurier - war das 2. Erlebins! Bestiegen wurde das Untier mittels einer Stiege, wie das Wort schon sagt... Die Serpentinen den Erzberg hinauf schaffte er mit seinem 860PS starken Motor. Wild warf er das Heck bei jeder Kurve um sich, brüllte gewaltig und schüttelte, durch Schlaglöcher bedingt, ordentlich durch. Drei Viertel des Berges wurden bezwungen, nur die Puch Haflinger waren später besser. Die Aussicht auf die Seen am Berg, die man von unten nicht sieht, die Abbaustufen, die Aufbereitungstürme - alles war gewaltig.



Am Abend dieses Tages war es den Haflinger-Fahrern aber noch zu wenig: Sie machten sich jetzt alleine den Erzberg "untertan". Freundlicherweise luden sie uns Puch-PKW-Fahrer zur Mitfahrt sein: Bei den Geländefahrten waren wir über die Geländegängigkeit der Fahrzeuge überrascht und insgesamt begeistert.

Nächster Tag, Samstag: Wilde Frauen und Männer sind es, die Haflinger reiten (sie schauen nur zivilisiert aus)! Diesen Tag hatten sie ihr eigenes Programm. Durch Vermittlung von Matthias Ortner durften sie mit Genehmigung des Obersteigers die Spitze des Erzberges erklimmen, was nur durch die Kleinheit der Kletterer möglich war. Sie selbst, die wilden Hunde (gut gemeint) waren von dem, was sie erlebten, und dass sie noch lebten, begeistert. Der Zusammenhalt der Gruppe war vorbildlich, so mancher wurde vor dem Umkippen abgestützt, mancher weggehoben. Lustig, wenn alles gut geht...


Wir, die Puchgruppe, mit überwiegend TR-Fahrzeugen, waren teilweise wieder bei Regen munter unterwegs Richtung Wildalpen/Mariazell. Nach Besichtigung eines Wasserleitungsmuseums fuhren wir zur Quelle der 2. Wiener Hochquellwasserleitung im Hochschwabgebiet, die dann 180km über 100 Aquädukte die Hauptversorgung der Wiener mit Trinkwasser sicherstellt. Die Wassermenge der Hauptquelle und die Reinheit des Wassers haben uns erfreut. Zwei Wirtshäuser bzw. Jausenstationen haben wir auch erfreut.
Am Abend gab es in einem Gasthaus in Eisenerz die Siegerehrung für die Haflingerfahrer (goldene Uhren auf geschliffenem Erzgestein), außerdem wurden nette Erinnerungsmedaillen an die anderen Teilnehmer verteilt.



Aber noch nicht genug damit: Am nächsten Tag, Sonntag, dankte Mancher Gott, dass alles bisher so gut abgelaufen war (so hoffe ich), und auf gings zum nächsten Erlebnis, zur Besichtigung der Burg Strechau:
Dieses Oldtimermuseum, die Geschichte der Burg, die Fahrzeuge, der Restaurator und seine Arbeiten können hier nicht im Detail wiedergegeben werden. Ein separater Bericht wäre angebracht. Auch die Haflingerfahrer könnten über ihre Erlebnisse gesondert erzählen (tun sie - siehe Bericht darunter!, Anm. d. Red.).
Kurz zu den teilnehmenden Fahrzeugen an dieser Clubveranstaltung: Keines ist auseinandergefallen, trotz mancher Schüttel-Test-Strecken, jedes hat den Regen überstanden und so hoffe ich, dass auch jeder gesund und heil wieder zu Hause angelangt ist.

Prädikat: Sehenswert!
Ein besonderer Dank gilt den Veranstaltern Matthias Ortner und Gerhard Reichl

Euer Josef Steinhart

 

2.) BERICHT VON GERNOT LUKE:
DIE GEMEINSAME STEYR-PUCH UND HAFLINGER AUSFAHRT - "Rund um den Steirischen Erzberg"

Matthias Ortner und Gerhard Reichl wagten ein Experiment: "Da immer mehr Puch-Fahrer auch einen Haflinger besitzen, warum organisieren wir nicht ein gemeinsames Treffen beider Fahrzeugtypen?" Gesagt, getan, mit vielen Ideen und noch mehr persönlichem Einsatz wurde ein ganz tolles Wochenende vom 01.-03. Juli 2011 rund um den Steirischen Erzberg mit vielen neuen Eindrücken organisiert.
Alles begann am Freitag Nachmittag: Matthias nützte seine langjährigen Kontakte, und so wurden wir durch und über den Steirischen Erzberg geführt und erfuhren viel Wissenswertes über den Erzabbau, lange Zeit ein wesentliches wirtschaftliches Standbein dieser Region. Besonders beeindruckend war die Fahrt mit dem Hauly über die Terrassen des Erzbergs inklusive Besichtigung der aktuellen Abbaustellen. Erst wenn man einen Puch neben diesen riesigen Fahrzeugen sieht - Raddurchmesser ca. 2,5m ! - kann man die gewaltigen Dimensionen richtig abschätzen.



Als besonderes Highlight dieses Wochenendes erwies sich die Idee von Matthias, Freitag Abend die Puch-Fahrer als Beifahrer bei den Haflingern mitfahren zu lassen, damit auch sie einen Eindruck von den gewaltigen Möglichkeiten dieses Fahrzeugs bekommen können. Ich glaube, dieses Vorhaben ist gelungen, und auf der Geschichlichkeitsstrecke wurde so manche Überlegung für die Anschaffung eines Haflingers angestellt. Ich hoffe, wir Haflinger-Fahrer konnten euch Puch-Fahrer ein wenig begeistern!

Samstag dann getrenntes Programm: Die Fahrzeug-Typen sind natürlich so verschieden, dass man nicht gemeinsam ausfahren kann! Daher wurden die Puch-Fahrer von Gerhard Reichl geführt (siehe Werners Bericht dazu im Anschluss), nd wir Haflinger-Fahrer konnten den gesamten Erzberg befahren, von Matthias geführt und in Begleitung des "Obersteigers" (das ist die fachmännische Berufsbezeichnung für den Bergbau-Verantwortlichen) Erwin Lindbichler. Am Vormittag wurde auf 5 Geschichlichkeits-Parcours zwischen Stangen in schwierigem Gelände die Geländetauglichkeit der Haflinger und deren Fahrer geprüft, leider ohne deutlichen Sieger, sodass nach dem Mittagessen mit strengeren Kriterien Ausscheidung gefahren werden musste. Auch das war ein Kopf-an-Kopf-Rennen, aber letztlich wurde doch ein Sieger sowie ein 2. und 3. Platz ermittelt: Es gewann Rudolf Haubenwallner vor Gerhard Vierkötter und Rudolf Leitner.
Nicht unerwähnt lassen möchte ich eine für mich besondere Neuheit: "Damen am Steuer eines Haflingers": 3 unerschrockene Beifahrerinnen, nämlich Angela Allnoch, Gitti Müller und Lucia Wurm übernahmen kurzerhand die Initiative und übten sich selbst im Geländefahren und hatten jede Menge Spaß dabei!




Danach wurden wir vom "Obersteiger" und seiner Frau auf den Gipfel des Erzbergs mit herrlicher Rundumsicht geleitet, ein Bereich, in dem kein Erzabbau mehr stattfindet, und auf der Rückseite wieder hinunter zum Ausgangspunkt. Damit ging dieser Tag für uns Haflinger-Fahrer ereignisreich zu Ende, und einigermaßen müde erreichten wir unsere Unterkünfte und verluden unsere Hafis, um am nächsten Morgen startbereit zu sein.
Abends gabs ein gemeinsames Essen mit Siegerehrung, und jeder Teilnehmer erhielt eine Erinnerungs-Medaille der Bergknappen. An dieser Stelle möchte ich mich im Namen aller Teilnehmer besonders bei Matthias Ortner bedanken, der nach langer, intensiver Vorbereitung dieses umfangreiche Programm so problemlos organisierte und diese Ausfahrt für uns zu einem unvergesslichen Ereignis werden ließ. Danke auch an Gerhard Reichl, der die Puch-Fahrer bestens mit interessantem Programm betreute und Matthias tatkräftig unterstützte. Und natürlich ein herzliches Dankeschön an Erwin Lindbichler, der uns in viele Geheimnisse des Erzbergs eingeweiht hat.

Am Sonntag fuhren wir gemeinsam zur Burg Strechau, gelegen zwischen Rottenmann und Lassing. Diese Burg befindet sich in Privatbesitz, wird von den Eigentümern auch bewohnt und beherbergt eine interessante Oldtimer-Ausstellung mit Schwerpunkt "Fahrzeuge von STEYR".



Beides, Burg und Oldtimer, wurden uns von sehr engagierten Mitarbeitern der Familie Boesch präsentiert, und wir durften zwei interessante Führungen erleben. Bei einem gemeinsamen Mittagessen in Lassing klang diese Puch- und Haflinger-Ausfahrt rund um den Steirischen Erzberg gemütlich aus, und wir traten zufrieden die Heimreise an und freuen uns auf nächste Abenteuer mit "Matthias und Gerhard"!

Gernot Luke

 

3.) BERICHT VON WERNER WÜHL:
ERGÄNZENDER BERICHT ZUR STEYR-PUCH AUSFAHRT AM SAMSTAG

... die Fahrt ins Hochschwabgebiet...:

07:59 Uhr. Röhr, Rööhr, Rööööhr! Der Lärm ist so immens, dass die Vögel im Wald erblassen und vergeblich versuchen, das Röhren der dutzenden Auspuff-Öffnungen zu übertönen. An deren Ende befinden sich fast ein Dutzend Puch und ein Fiat. Alle mit menschlichem Inhalt, Bleifuß und Benzin in den Venen. Das Röhren ist derart infernalisch, dass den Hirschen ihr Laut in der Kehle stecken bleibt und die Hirschkühe verklärte Augen bekommen.

08:00 Uhr. Start!! Wie ein stählernes buntes Würmchen bewegt sich die Kolonne über gewundene Pfade über Eisenerz - Hieflau - Lainbach - Bettlamauerberg - Mooslandl - Gams - Palfau nach Wildalpen. Unterwegs wächst der Wurm um weitere 3 Wurm-Glieder an.

09:30 Uhr. Ankunft im Wasserleitungsmuseum Wildalpen. Durch die Ausstellung, gespickt mit Filmen in 2D und 3D, führt ein ehemaliger Waldarbeiter der Bundesforste. Man merkt ihm die Freude an, nunmehr, nach fast 50 Arbeitsjahren mit Bäumen, mit Menschen zu tun zu haben - auch wenn diese zurückreden und nicht geschlagen werden dürfen. Dumm rumstehen tun sie allemal, wie damals die Bäume...

12:00 Uhr. Das Gasthaus "Zum Krug" in Hinterwildalpen erweist sich als wahrer Glücksgriff: Bier kalt, Essen gut - alles gut. Leider gibt's vom Gruppenleiter Gerhard ein Mehlspeisverbot, das wenige Mutige durchbrechen (Kaiserschmarr'n gut).

14:30 Uhr. Gelandet bei der Kläfferquelle. (im Volksmund auch Bastardl-Gassi). Hurra, das Parken auf engstem Raum funktioniert. Man bedenke - das Wiener Wasser braucht von hier rund 18x so lang nach Wien wie ein Puch 500!

15:15 Uhr. Daher flott weiter über Wildalpen und Palfau nach Großreifling bis Kirchlandl, zur Jausenstation "Feldbauer". Schöner Gastgarten und es juckt uns in der Sonne zu sitzen. Bedauerlicherweise stehen da dicht an dicht inkontinente Woken im Weg. Eine Mischtour vieler Wettererscheinungen begleitet uns. Bloß Schnee gibt's keinen. Donner möglicherweise auch nicht, aber wer weiß das schon mit einer Monte unterm Hintern...? Beim Jausenwirt gibt's herrliche Mehlspeisen und große Bauernkrapfen, selbst die, die die junge Kellnerin vor sich herträgt und ihr Eigentum nennt.

18:00 Uhr. Wir sind wieder zurück am Ausgangspunkt in Eisenerz. Keine Tränen, kein Ausfall, alle waren brav. Der Gruppenleiter ist erleichtert und zufrieden - wir sind nur zufrieden. Aber so ist das halt, wenn man nicht Gruppenleiter ist.

Werner Wühl

 

4.) SCHLUSSBEMERKUNG VON GERHARD REICHL:



Ich möchte es nicht versäumen, namens der teilnehmenden Puchfahrer den Haflingerfahrern ein großes Lob für ihre gezeigten Leistungen, sowie ein herzliches "Danke!" für ihre Bereitschaft aussprechen, uns Puchfahrern einen eindrucksvollen Beweis ihres Könnens, direkt "am Gerät" vermittelt zu haben!

Gerhard Reichl

 

zurück