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aktualisiert am: 02.12.2012

 
 


 

BERICHTE VON DER
CLUBAUSFAHRT DES STEYR PUCH CLUB SALZBURG
"HERBSTLICHES HAFLINGER-WANDERN 2012"
04.-06.10.2012, FRIAUL

1. BERICHT von Gitti Müller

2. BERICHT von Gernot Luke

HAFLINGERHERBSTWANDERN IN FRIAUL UNTER DEM MOTTO
"GENIESSEN SIE DIE WUNDERSCHÖNE AUSSICHT!"

Nachdem das Hafiwandern im Juni so viel Spaß gemacht hat, haben wir uns spontan zu einer „Haflinger-Herbst-Wandertour“ entschlossen. Drei Wiederholungstäter und zwei „Neue“ folgten dem Aufruf. Am Abend des 3. Oktober trafen wir uns am Hafi-Stammtisch im Hotel Bellavista in Ravascletto um unsere Routen für die nächsten Tage zurechtzulegen.

Freitag 4.10.12
Um 09.30 Uhr starteten wir auf die Panoramica delle Vette. Laut Reiseführer eine der schönsten Panoramastraßen Europas, die uns im Sommer ja leider durch den Baustellenleiter verwehrt wurde. Leider Nebbia und 10 Meter Sicht ließen uns nicht einmal annähernd erkennen, welch tolle Kulisse sich um uns befand. Nur die Wiederholungstäter hatten eine leise Ahnung, was uns hier entging.
Der Westrampe folgten wir nach Ovaro, wo ein Cappucino etwas ital. Flair aufkommen lassen sollte. Wehmütig blickten wir auf die Bergkulissen rundum, doch auch die Gipfel des Avensis und des Zoncolan, alles im Nebel. Aber richtige HAFIANER sind einfach nicht zu halten, also auf zur Malga Avensis, unserer Picknickalm. Und hier fanden wir nun auch das Motto zu unserer Reise „genießen Sie die wunderschöne Aussicht“, denn Sie sahen „nichts“. Es war uns gerade noch vergönnt unsere spärliche Brotzeit zu genießen und auf dem kühlen Almboden ein paar heiße Sohlen hinzulegen, bevor der Nebel uns verschlingen wollte.

Der alten Kriegsstraße folgten wir wieder ins Tal, bis zum Verkehrszeichen di la (von da), di qua (hierher), di qui (dorthin). Ab hier fuhren wir durch einen Laubwald über Stock und Stein und überquerten Bachbette in Richtung Ovaro. Nächster Gipfel war der Monto Zoncolan. Unterhalb des Gipfels führte ein schmaler Weg zur Malga Pozof. Jetzt kommt Hafiland! Unmittelbar nach der Alm begann der Weg??? steil anzusteigen. Geröll machte das Weiterkommen auch nicht leichter. Nur noch den Wildbach überwinden und auf das andere Ufer und dann mit drei gezogenen Hebeln dem Gipfel entgegen... Ich habe meinem Walter beim Bachbett die Liebe aufgekündigt und bin zu Fuß weiter, während der Rest der Kolonne mit breitem Grinsen den Hang hinauf gehoppelt ist.

Ab ins Tal, denn es wird schon glei dumper! Nach 114km erreichten wir wieder den Ausgangspunkt. Gemütliches Abendessen im Hotel, Benzingespräche und Weinverkostung...

Samstag 5.10.2012
Vor uns lag die längste der zu fahrenden Touren, die uns auch ein Stückchen nach Österreich führen würde. Von Ravascletto fuhren wir den zahlreichen Kurven und Kehren folgend nach Ligosullo. Hier ist der Einstieg auf den Monte Paularo. Doch wieder einmal sollte eine Fahrverbotstafel uns das Vergnügen streitig machen, oder doch nicht?? Glücklicherweise hatte jedoch ein Gemeindearbeiter ein Einsehen mit uns und meinte, mit diesen Gefährten könnten wir uns schon auf die Piste wagen. Bis zum Ziel sollten es 11km sein, nach erklommenen 5km waren wir dann aber mit der Ursache der Hinweistafel „Attentione Strada Bruta“ konfrontiert - Holzschlägerungsarbeiten! Da half nur ein kleiner Bestechungsversuch: Ein Bier gezückt und zufällig ein Tiroler als Harvesterfahrer und die Weiterfahrt war gesichert...

Für die restlichen 6km benötigten wir beinahe eine Stunde. Das, was vom Weg übrig war, war nur Geröll sowie eine Mauer, die den Weg sowohl zur Tal-, als auch zur Bergseite sicherte. Leider wieder dichter Nebel und null Sicht, dafür aber ein riesiger Wendeplatz und wie bestellt ein Objekt für die Kinder der Haflingerkrabbelstube - ein Schotterhügel!

Inzwischen hatten wir die Mittagszeit schon überschritten, und bei einigen machten sich schon lautstark Hungergefühle breit, also mussten wir auf dem Weg zum Lanzensattel ein gemütliches Plätzchen finden. Und da war es auch schon, mitten im Wald eine Blockhütte des ital. Alpenvereins, einfach ein Traum, von dem wir uns nur sehr schwer wieder losreißen konnten.

Wir steuerten dem Lanzensattel entgegen, bogen aber kurz unterhalb des Sattels links in Richtung Straniger Alm/Passo Polento ab. Die steilen Rampen wurden leider mit Beton entschärft, dennoch ist die Auffahrt haflingerwürdig! Wir kamen auf österreichisches Gebiet und mussten feststellen, dass das Wetter in der Heimat wesentlich besser war als bei den Nachbarn. Die zwei Großen der Krabbelstube (Gernot u. Walter), haben gleich wieder eine Spielwiese gefunden. Irgendwie zauberten sie einen Seitenschneider hervor, kappten kurzerhand den Weidezaun und bis auf Willi machte sich die ganze Kinderschar durch dichten Nebel auf den Finding Kopf...

Nach einigen hundert Metern war aber der Wanderweg zu Ende und wir mussten umdrehen. Um den Wendeplatz zu erreichen, mussten wir morastiges Gelände überfahren. Bis zu den Achsen im Schlamm und auf drei Rädern hoppelten wir zum Umkehrplatz. Gernots Pferd wollte sich offensichtlich hinlegen, wurde aber von Walter beim Zaumzeug festgehalten. Ich machte mich mit den anderen Begleiterinnen einstweilen zu Fuß und mit Kopfschütteln aus dem Staub bzw. Schlick, doch die Kinder hatten sichtlich ihren Spaß gehabt...
Die Zeit haben wir alle ein wenig übersehen, 17.45 Uhr und wir haben noch die gesamte Strecke zurückzufahren! Aber zum Essen ins Hotel schaffens wir wohl nicht mehr rechtzeitig, da handeln wir uns nur wieder eine Rüge aus der Küche ein. Also dann auf den Plöckenpaß zum Italiener. Spezialität des Hauses ist ein „TRIS“, drei verschiedene Nudelgerichte, alles hausgemacht und täglich anders variiert, alle waren wirklich begeistert. Doch wir mussten noch retour, 12 Kehren den Passo Monte Croze de Carnico, einfacher Plöckenpaß, hinunter in Richtung Palluzza und weiter nach Ravascletto. Einrückung 21:30 Uhr. Im Hotel des Vertrauens nahmen wir am Abschlussabend noch einen Humpen Wein nach 134km bzw. 12 Stunden Tourdauer...!

Samstag 6.10.2012
Schon um 09.00 Uhr verlegten wir die Gespanne wie schon beim letzten Mal nach Amaro, von wo wir den San Simione und den Monte Festa befahren wollten. Die Straße auf den San Simione ist zwar asphaltiert, ist aber wegen der Tunnelkehren und der famosen Aussicht auch mit dem Hafi interessant zu befahren.

Direkt neben der Straße leuchteten uns Parasole an, die holten wir uns dann bei der Abfahrt!

Zuerst kletterten wir zur Kirche des heiligen Simon - Blick ins Land, danach zu den Parasolen, die sich inzwischen vermehrt hatten... Insgesamt 12 Stück wurden erbeutet. Durch das Val de Farfale, dem Tal der Schmetterlinge, kamen wir zur Auffahrt des Monte Festa. Das ist jener Berg auf dem wir das letzte Mal die italienische Armee in die Flucht geschlagen hatten... ;-)
Unterhalb der Unterkünfte gab uns ein Verkehrszeichen unmissverständlich zu erkennen, dass die Auffahrt – unsere Sonderprüfung – wegen Bauarbeiten gesperrt war. Mit einem Bagger war die Straße blockiert. Zu unserem Entsetzen sahen wir, dass die alte Rampe durch eine Betonrampe ersetzt wurde. Schade! Wieder ein Teilstück einer Hafistrecke ist Geschichte. Zu Fuß kamen wir zu den Bunkern unterhalb der Hauptstellung. Hier wurde etwas gearbeitet und noch viel mehr gegrillt...

Wir wurden von den Amicis direkt zu Kostenproben eingeladen. Danach wanderten wir auf die Plattform des Werkes, um die mitgebrachte Jause zu verzehren.

Beim Abstieg überließen wir den fleißigen Freiwilligen eine halbe Flasche Marillenschnaps. Nachdem sie davon gekostet hatten, hörten wir sie noch laut rufen Aprikose, Aprikose! Danach setzten wir zur letzten Talfahrt für dieses Treffen an. Am Lago di Cavazzo haben wir uns noch einen Capu genehmigt, dann die Verabschiedung und Heimfahrt. Eine Supertruppe bestehend aus: Gernot Luke mit Beifahrerin Lucia, Willi Schneider mit Annemarie, Matthias Ortner, Martin Schmidt mit Beifahrer Tone, Ernst Neubauer mit seiner Maria, Fritz Rohr mit Hannelore und natürlich ich ("Turbogitti") an der Seite von Walter Müller. Es waren heute lediglich harmlose 62km bei 6 Stunden Tourdauer gewesen!
Danke an alle Teilnehmer für die tolle Mitgestaltung der Veranstaltung!

Brigitte Müller

HAFLINGERHERBSTWANDERN IN FRIAUL

Spontan rief Walter Müller 14 Tage vorher an und lud zu einer zweiten Haflinger-Ausfahrt in Italien, in den Karnischen Alpen, ein. Immerhin fanden sich acht Teilnehmer und bereuten es nicht, so kurz entschlossen zu sein!

Erster Tag war der Donnerstag, bei sehr schlechter Sicht befuhren wir eine „beeindruckend schöne“ Panoramastraße, die Panoramica delle Vette am und um den Monte Crostis (2250m) sowie den Monte Zoncolan (1760m). Das ist ein Ski- und Mountainbiker-Berg und Etappe des Giro d`Italia, aber eigentlich waren wir froh, dass wir den Vordermann im Nebel erkannten... Die Strecken kann man sich auswählen, das Wetter leider nicht. Mittags hielten wir auf einer Alm und es wurde mit selbst mitgebrachten Speisen und Getränken gepicknickt.

Am zweiten Tag, Freitag, befuhren wir den Monte Paularo (1962m), und im Anschluss überquerten wir die Italienisch-Österreichische Grenze am Kamm der Karnischen Alpen am Passo di Mel e dis Richtung Straniger Alm und fuhren ins Gailtal nach Kärnten ab. Das Picknick zu Mittag konnten wir auf einer bereits für den Winter geräumten Almhütte einnehmen. Diese Etappe führte über eine sehr lange Route, und da es in Kötschach-Mauthen bereits finster wurde, fuhren wir auf der Plöckenpass Strasse heim nach Ravascletto. Ein wunderschöner und anstrengender Tag ging so ereignisreich zu Ende. Leider herrschten auch an diesem Tag in den höheren Lagen schlechte Sichtverhältnisse, eine Tendenz zur Besserung war jedoch bereits erkennbar.

Und so kam der letzte Tag, Samstag, bei wesentlich besserem Wetter mit guter Sicht und zeitweiligem Sonnenschein. Wir befuhren von Tolmezzo aus den Monte Simeone (1506m) über eine abenteuerlich enge Serpentinenstrasse, die scheinbar nicht enden wollte und oben angekommen wurden wir mit einem Ausblick über das gesamte Kanaltal und die umliegenden Berge belohnt. Danach befuhren wir den Monte Festa (1065m), eine Festungsanlage aus dem 1. Weltkrieg in einer strategisch interessanten Lage mit Blick in alle Richtungen des Kanaltals. Dort nahmen wir auch das Mittagspicknick ein und alle Resteln sollten aufgegessen werden. Das gelang nicht ganz, ein paar Vorräte mussten wieder heimgenommen werden. So konnten wir alle zu Hause noch ein italienisches Picknick veranstalten und uns mit den Fotos nocheinmal in die beeindruckende Bergwelt des Friauls versetzen.

Neu war für mich die überwältigende Menge an Pilzen in dieser Gegend. Man stolpert förmlich überall über sie. Da es aber ein offensichtlich sehr strenges Ernteverbot gibt, kommen die Italiener lieber zu uns zum pflücken...
Ein private Betrachtung ist mir noch wichtig: Ich war inzwischen mehrmals in den Norditalienischen Alpen zwischen Asiago und Isonzo unterwegs und bin jedes Mal wieder betroffen von dem Ausmaß der Bauarbeiten, die für und in diesem 1. Weltkrieg (im wesentlichen noch ohne maschinelle Unterstützung) getätigt wurden. Und das alles, um einen jahrelangen Stellungskrieg mit unzähligen Toten zu führen (unabhängig vom politischen Ergebnis) – die riesigen Grabstätten geben ein Zeugnis davon. Wie angenehm ist es doch, in einer friedlichen Epoche zu leben!

Liebe Gitti, lieber Walter, ich durfte heuer an je einer von euch organisierten Puch- und Haflinger Ausfahrt teilnehmen und bedanke mich hiermit für das große Engagement, immer wieder neue Routen und Orte zu finden und sie uns zu zeigen. Es ist mir immer wieder eine Freude und ich hoffe, dass ich damit für alle unsere Freunde spreche.

Gernot Luke

 

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